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Donnerstag, 4. Juli 2013

Wer wird zum A&F der Higher Education?

Wer schon mal bei Abercrombie & Fitch (A&F) in Hamburg (oder anderswo) einkaufen war, weiß was Mode-Shopping in Zeiten von Amazon und Zalando heute auch sein kann: Nämlich ein maximal gesteigertes, äthetisches und sinnliches Waren-Erlebnis. Hier geht es nicht um Preisvergleich und schon gar nicht um Schnäppchen. Man könnte fast vermuten: Es geht nicht einmal um schnödes Verkaufen oder Kaufen. Vielmehr dreht sich hier alles um Sound und Duft, Körper und Schönheit, Impression und Style. Man muss das nicht mögen, aber es ist in jedem Fall die konsequenteste Umsetzung von Event-Shopping, die ich kenne. A&F steht natürlich längst nicht alleine mit diesem Konzept, die Apple-Store-Tempel sind nicht weit weg davon - und die traditionsreiche Lebensmittelabteilung im KaDeWe ist in der Hinsicht fast schon legendär. Was hat das mit Education zu tun?
Ein Bekannter von einer renommierten Privat-Uni erzählte mir kürzlich augenzwinkernd, dass er sich in dem Bemühen, den Studierenden einen möglichst angenehmen Aufenthalt auf dem Campus zu bescheren, manchmal fast ein bisschen wie ein Edel-Gastronom vorkomme: Sozusagen Wohlfühl-Learning-Lounges anstatt Seminarraum. Genau darin sieht er einen entscheidenden Unterschied zu anderen Higher-Education-Anbietern, zumal zu denen aus dem öffentlichen Bereich. Klar, die Qualität muss am Ende in beiden Welten  stimmen. Aber akademische Bildung quasi "sinnlich", umfassend erlebbar zu machen, und sich dadurch im Markt zu positionieren, das scheint mir schon ein funktionierendes Wettbewerbs-Konzept zu sein.
Möglicherweise lässt sich dieses Konzept auch auf die Online-Welt übertragen: Gut gemachte MOOCs funktionieren nicht zuletzt deshalb besser, weil ihre Erlebnis-Qualität einfach höher ist, als manche Präsenzveranstaltung...

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